Siedlung Unter den Eichen

11.3 Point of Interest
Nur wenige Schritte von der Siedlung Zollhaus entfernt, präsentierte das NS-Regime 1939 kurz vor Kriegsausbruch der Presse das Wohnprojekt Unter den Eichen. Hier seien „neuartige Gedanken im Wohnungsbau“ verwirklicht worden. Dies zeige sich auch im „Bauschmuck, der Symbole unserer Zeit“. Über den drei Eingängen prangten – neben inzwischen entfernten Hakenkreuzen – Keramikmedaillons, die die Bauern, das Handwerker und die Arbeiter ehren sollten.
 
Den selbstverständlich regimetreuen Mietern standen hier Zwei-, Drei- und Vierzimmer-Wohnungen zur Verfügung. Dabei legte man propagandistisch Wert darauf, dass jede Wohnung eine Wohnküche mit Kochnische, ein Elternschlafzimmer, ein Kinderschlafzimmer, ein „Bad mit eingebauter Wanne und Brikettbadeöfen“ sowie Flur und teilweise Balkon bekam. Die Küchen erhielten einen eingebauten „Speiseschrank mit Entlüftung“.
 
Der Rezensent der Zeitschrift „Deutsche Bauhütte“ kam zu dem Fazit „Gesamtbild würdig!“. Im Vergleich zur nahegelegenen Reichsheimstätte Am Zollhaus oder dem Eulerhof in Flingern, beide aus der Weimarer Zeit, war die Ausstattung allerdings eher ein Rückschritt.
Unter den Eichen
Unter den Eichen (R. Ziegler, Düsseldorf)
Unter den Eichen
Arbeiterwohnstätten in Düsseldorf-Gerresheim