Namensstreit

14.2 Namensstreit
Als die evangelische Kirche fertiggestellt wurde, hieß sie schlicht evangelische Stadtkirche. Es gab ja auch keine andere. Das änderte sich mit der Eingemeindung Gerresheims zu Düsseldorf 1909. Nun gab es mehrere evangelische Stadtkirchen in Düsseldorf.
 
Auf der Suche nach einem neuen Namen erinnerte sich die Gemeinde, dass der Bau der Kirche wesentlich durch Spenden des Gustav-Adolf-Vereins fertiggestellt werden konnte. Dieser Verein aus dem protestantischen Schweden hat es sich zur Aufgabe gemacht, evangelische Gemeinden in der Diaspora zu unterstützen. Aus Dankbarkeit wählte man Gustav-Adolf 1932 an seinem 300. Todestag zum neuen Namenspatron.
 
Aber mit Gustav-Adolf ist es so eine Sache. Der berühmte schwedische König hat sich durchaus um den Protestantismus verdient gemacht, war aber gerade im 30-jährigen Krieg ein gefürchteter Feldherr, der seine Truppen, wie damals üblich, auch plündernd durch die Lande ziehen ließ. Daran entspannte sich 2016 eine Diskussion. So wollten einige das Gotteshaus lieber nach dem Theologen Dietrich Bonhoeffer benennen, der sich am Widerstand gegen die Nationalsozialisten beteiligte und 1945 ermordet wurde. Andere konnten sich den protestantischen Liederdichter Paul Gerhardt als Namenspatron der Kirche vorstellen. Nach intensiver Diskussion entschied man aber, beim alten Namen zu bleiben.
König Gustav Adolf
König Gustav Adolf von Schweden