Die Stiftung des Ferdinandheims

15.1 Die Stiftung des Ferdinandheims
In einer Chronik der Glashütte heißt es:
 
„Dieses Stift, der Zufluchtsort für alte, arbeitsunfähige Angehörige der Glasfabrik Gerresheim, ist 1890/91 von Frau Kommerzienrat Pauline Heye in Düsseldorf gebaut, ausgerüstet und mit einem großen Betriebskapital versehen worden. Im ganzen wurden rund 1/2 Millionen Mark dazu verwandt. Ihr verstorbener Gemahl, Herr Kommerzienrat Ferdinand Heye, der Gründer der Gerresheimer Glasfabrik, hatte den Plan noch bei Lebzeiten gefasst, sein leider zu früh eingetretener Tod hinderte die Ausführung. Seine Witwe übernahm die Idee als teures Vermächtnis, und im Andenken an den verstorbenen Gemahl erbaute sie das Ferdinandheim. In schöner, nach Norden und Osten geschützter Lage, an dem Fuße der bewaldeten Berge stehen das Haupt- und Ökonomiegebäude in großen garten mit Bäumen und mit Blumen.“
 
Hier findet man in der Tat auf der Marmortafel im Vestuibül des Hauses zu lesenden Spruch:
 
„Den Mühen, die des Lebens Last getragen, soll es eine Heimat sein.“
 
Es leben augenblicklich in dem Stifte 15 männliche und 15 weibliche Pfleglinge im Alter von zusammen 2195 Jahren, also durchschnittlich 73 Jahre. Der älteste Pflegling, eine Witwe ist 90 Jahre alt. Der erste Pflegling wurde am 13. Mai 1892 aufgenommen. In der Zeit bis heute wurde aus dem Stifte zur ewigen Ruhe getragen: 22 Pfleglinge, ein Mädchen von 25 Jahren, die anderen im Durchschnittsalter von 75 1/2 Jahren.
 
Von den Bewohnern des Stiftes haben die Ehepaare, deren fünf im Stifte leben je ein Zimmer und die alleinstehenden auch.
 
Die freundlichen, hellen Wohnungen, mit Blumen, Bildern und Sprüchen geschmückt, zeugen von dem Lebensfrieden, den die Insassen hier genießen. Ein verheirateter Verwalter hat für das materielle Wohl der Pfleglinge zu sorgen. Geleitet wird das Ganze durch ein Kuratorioum, zu dessen Spitze die Stifterin steht, die auch neben der laufenden Fürsorge es sich nicht nehmen lässt, den Pfleglingen jedes Jahr den Weihnachtsbaum anzuzünden.