Geschäft auf Gegenseitigkeit
Gressard hatte sich in Hilden sehr gut entwickelt. In dieser Situation kam 1896 das Gerresheimer Zweigwerk. Aber war wirklich die Fürsorge Heyes ausschlaggebend?
In der Tat hatte die Gressard?sche Seidenweberei solche nachbarschaftlichen Gefälligkeiten am wenigsten im Sinn, als sie das Gerresheimer Grundstück kaufte. Die schnöde Wahrheit war, dass der Arbeitskräftemangel durch Nachschub aus der Hildener Arbeiterschaft schlichtweg nicht zu decken war.
Schon im November 1895 klingt es in der Werkschronik von Gressard wie ein Hilferuf: „Soweit ich vernommen, hat die Seidenindustrie bis zum Frühjahr Aufträge, so dass jetzt Arbeiter gesucht werden.“
Nur ein Jahr später stellt der Hildener Bürgermeister fest: „Eine der [Hildener] Firmen, und zwar Gressard u. Comp. ist sogar um Verlängerung der Arbeitszeit eingekommen, was beweist, dass z. Zt. die Aufträge bei gewöhnlichem Geschäftsgange nicht können erledigt werden.“
Und weiter: „Die Firma [Gressard] hat in diesem Jahre in Gerresheim noch eine größere Fabrik gebaut. Dieselbe würde die Anlage kaum errichtet haben, wenn sie hier [in Hilden]
Arbeitskräfte bekommen hätte.“
Tatsächlich dürfte das Angebot aus Gerresheim deshalb so verlockend gewesen sein, weil a) das Grundstück zu einem eher niedrigen Preis abgegeben wurde, und b) weil ein derart konzentriertes Arbeitskräftereservoir anderswo auf die Schnelle nicht zu rekrutieren war.
In der Tat hatte die Gressard?sche Seidenweberei solche nachbarschaftlichen Gefälligkeiten am wenigsten im Sinn, als sie das Gerresheimer Grundstück kaufte. Die schnöde Wahrheit war, dass der Arbeitskräftemangel durch Nachschub aus der Hildener Arbeiterschaft schlichtweg nicht zu decken war.
Schon im November 1895 klingt es in der Werkschronik von Gressard wie ein Hilferuf: „Soweit ich vernommen, hat die Seidenindustrie bis zum Frühjahr Aufträge, so dass jetzt Arbeiter gesucht werden.“
Nur ein Jahr später stellt der Hildener Bürgermeister fest: „Eine der [Hildener] Firmen, und zwar Gressard u. Comp. ist sogar um Verlängerung der Arbeitszeit eingekommen, was beweist, dass z. Zt. die Aufträge bei gewöhnlichem Geschäftsgange nicht können erledigt werden.“
Und weiter: „Die Firma [Gressard] hat in diesem Jahre in Gerresheim noch eine größere Fabrik gebaut. Dieselbe würde die Anlage kaum errichtet haben, wenn sie hier [in Hilden]
Arbeitskräfte bekommen hätte.“
Tatsächlich dürfte das Angebot aus Gerresheim deshalb so verlockend gewesen sein, weil a) das Grundstück zu einem eher niedrigen Preis abgegeben wurde, und b) weil ein derart konzentriertes Arbeitskräftereservoir anderswo auf die Schnelle nicht zu rekrutieren war.
