Vom ersten Haus am Platze und Judenverfolgung

17.1 Geschäftswelt
Die Heyestraße war die Lebensader. Hier kauften die Leute die Dinge des täglichen Bedarfs, aber auch vornehme Hotel oder exquisite Artikel waren hier zu finden. Über lange Zeit hindurch galt das Hotel Zur Krone an der Heyestraße 64 als die beste Adresse in Gerresheim.
 
Schon früh warb das Haus mit einer Kegelbahn, später kam ein Lichtspiel-Theater, also Kino, hinzu. Das Südfrüchtehaus August Thormählen bot schon 1908 Südfrüchte, teure Weine und Kaffee an.
 
Bodenständiger war die Rossschlachterei Fritz Scharrenberg und Mulder, das Traditionsgeschäft, das leider 2022 schließen musste, pries schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Fahrräder und Nähmaschinen an.
 
Und die Firma H. Simson & Co. bot Qualitätsbekleidung für Damen und Herren und verwies stolz auf die eigene Maßanfertigung deutscher und englischer Stoffe. Simon wurde ein Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns.
 
Viele Geschäfte auf der Heyestraße fielen den Nazis zum Opfer. Ihnen wurde Gewalt angetan, und ihre Geschäfte wurde "arisiert" und damit weit unter Wert an Nichtjuden verkauft.
 
Die Heyestraße, eine Straße mit Geschichte.
Gloria Lachmann wird als Gisela Wolf in Gerresheim geboren. Ihre Eltern betrieben ein Schuhgeschäft an der Heyestraße Ecke Nachtigallstraße. Als Juden werden sie Opfer der Pogromnacht. schließlich gelingt ihnen die Flucht in die USA. (GED-31-001-100.142 Gloria Lachmann)
Gloria Lachmann
Anzeige Hotel zur Krone
Mit dieser Anzeige warb die Krone um Gäste. (Stadtarchiv Düsseldorf)
Hotel zur Krone, um 1902
Das Hotel Zur Krone, um 1902 (Stadtarchiv Düsseldorf)
Mulder, Anfang 1900
Mulder, Anfang des 20. Jahrhunderts (Stadtarchiv Düsseldorf)
Anzeige H. Simson & Co.
Werbanzeige der Firma H. Simson & Co. (Stadtarchiv Düsseldorf)
Central-Bazaar Schmitz-Rosenberg
Von den Nationalsozialisten organisierter Boykott und Tumult vor dem jüdischen Geschäft „Central-Bazaar Schmitz-Rosenberg (Stadtarchiv Düsseldorf)