Anfangsjahre
Die Bretterbude
Wir wissen nicht viel über die ersten Bauten des Gerresheimer Bahnhofs. Es gibt es paar Dokumente der Eisenbahngesellschaft, in denen das Baumaterial aufgelistet ist, mehr war nicht bekannt. Ein kleiner Hinweis in einer 2010 erschienenen umfassenden Veröffentlichung über Leben und Werk des Landschaftsmalers Caspar Scheuren erbrachte dann unerwartet eine weitaus frühere und detailgetreuere Abbildung des ersten Gerresheimer Stationsgebäudes.
Caspar Scheuren
Caspar Scheuren, (1810 - 1887), studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, und war Schüler von Wilhelm von Schadow. Mit 25 Jahren eröffnete er in Düsseldorf sein eigenes Atelier. Als einer der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule fertigte er bis zu seinem Tode zahlreiche Aquarelle, Ölgemälde und Druckgrafiken im Stil der Spätromantik, unter anderem auch als Auftragsarbeiten für das preußische Königshaus. Eine große Anzahl von Skizzen, Studien und Bildserien entstand in Düsseldorf selbst und in der näheren Umgebung. Eine vielbesuchte Naturidylle mit alten Baumbeständen, mäandrierenden Bächen und romantisch gelegenen Ausflugslokalen war der Bilker Busch, einem großflächig zusammenhängenden Waldgebiet, welches sich vom heutigen Eller Forst nach Westen bis zum Rhein und nach Süden bis nach Benrath erstreckte. Eine Fülle von erhaltenen Skizzen und Aquarellen der Düsseldorfer Malerschule zeigt die Unberührtheit und Wildheit der stadtnahen Landschaft im 19. Jahrhundert auf, von der heute nur noch wenige unzusammenhängende Reste erhalten geblieben sind.
Bei einem der Ausflüge mit Künstlerkollegen entstand 1846 das Album „Bilker Busch“ mit elf aquarellierten Zeichnungen in der Größe 7,4 x 11,0 cm, welche mit flüchtig angelegtem Pinselstrich zum Teil persönliche Ereignisse und Szenen während des Tagesablaufs zeigen. Das für die Architektur und Geschichte des Gerresheimer Bahnhofs entscheidende Blatt „Zwei oder drei Thaler, das ist die Frage“ spielt auf die Frage an, wie viel Geld der sich meist in Geldnöten befindliche Maler Scheuren sich bei seiner Gönnerin und Käuferin zahlreicher Arbeiten, der Düsseldorfer Dichterin Elisabeth Grube, für die Rückfahrt mit der Eisenbahn nach Düsseldorf wohl leihen könnte.
Mathilde Franziska Anneke, Schriftstellerin, Schilderung einer Fahrt mit der Eisenbahn nach Hochdahl 1843:
„Wie rauschten die Dampfwagen da aus der Waldschlucht hervor, wie eine Sturmesbraut mit ihrer letzten Kraft in eine Bucht einzulaufen. Der Anblick wurde erst prächtig am Abend bei der Dämmerung, als zwei große farbig erleuchtete Glaskolben wie Drachenaugen der Locomotive vorgehängt waren und diese längst den Hügeln wie ein Höllenroß heranschnaubte. Die glühenden Kohlen, die in Strahlen den Rosten entfielen, gaben dem Bilde eines lebenden Ungethüms fluchteilende Füße. Bei der Biegung um den Berg, da aus dem Wald heraus, schleppte es seinen gewaltigen Schweif nach wie ein unheilkündender Komet.“
(Aus: Hanna Eggerath, Im Gesteins; BGV 2012, S. 120.)
Wir wissen nicht viel über die ersten Bauten des Gerresheimer Bahnhofs. Es gibt es paar Dokumente der Eisenbahngesellschaft, in denen das Baumaterial aufgelistet ist, mehr war nicht bekannt. Ein kleiner Hinweis in einer 2010 erschienenen umfassenden Veröffentlichung über Leben und Werk des Landschaftsmalers Caspar Scheuren erbrachte dann unerwartet eine weitaus frühere und detailgetreuere Abbildung des ersten Gerresheimer Stationsgebäudes.
Caspar Scheuren
Caspar Scheuren, (1810 - 1887), studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, und war Schüler von Wilhelm von Schadow. Mit 25 Jahren eröffnete er in Düsseldorf sein eigenes Atelier. Als einer der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule fertigte er bis zu seinem Tode zahlreiche Aquarelle, Ölgemälde und Druckgrafiken im Stil der Spätromantik, unter anderem auch als Auftragsarbeiten für das preußische Königshaus. Eine große Anzahl von Skizzen, Studien und Bildserien entstand in Düsseldorf selbst und in der näheren Umgebung. Eine vielbesuchte Naturidylle mit alten Baumbeständen, mäandrierenden Bächen und romantisch gelegenen Ausflugslokalen war der Bilker Busch, einem großflächig zusammenhängenden Waldgebiet, welches sich vom heutigen Eller Forst nach Westen bis zum Rhein und nach Süden bis nach Benrath erstreckte. Eine Fülle von erhaltenen Skizzen und Aquarellen der Düsseldorfer Malerschule zeigt die Unberührtheit und Wildheit der stadtnahen Landschaft im 19. Jahrhundert auf, von der heute nur noch wenige unzusammenhängende Reste erhalten geblieben sind.
Bei einem der Ausflüge mit Künstlerkollegen entstand 1846 das Album „Bilker Busch“ mit elf aquarellierten Zeichnungen in der Größe 7,4 x 11,0 cm, welche mit flüchtig angelegtem Pinselstrich zum Teil persönliche Ereignisse und Szenen während des Tagesablaufs zeigen. Das für die Architektur und Geschichte des Gerresheimer Bahnhofs entscheidende Blatt „Zwei oder drei Thaler, das ist die Frage“ spielt auf die Frage an, wie viel Geld der sich meist in Geldnöten befindliche Maler Scheuren sich bei seiner Gönnerin und Käuferin zahlreicher Arbeiten, der Düsseldorfer Dichterin Elisabeth Grube, für die Rückfahrt mit der Eisenbahn nach Düsseldorf wohl leihen könnte.
Mathilde Franziska Anneke, Schriftstellerin, Schilderung einer Fahrt mit der Eisenbahn nach Hochdahl 1843:
„Wie rauschten die Dampfwagen da aus der Waldschlucht hervor, wie eine Sturmesbraut mit ihrer letzten Kraft in eine Bucht einzulaufen. Der Anblick wurde erst prächtig am Abend bei der Dämmerung, als zwei große farbig erleuchtete Glaskolben wie Drachenaugen der Locomotive vorgehängt waren und diese längst den Hügeln wie ein Höllenroß heranschnaubte. Die glühenden Kohlen, die in Strahlen den Rosten entfielen, gaben dem Bilde eines lebenden Ungethüms fluchteilende Füße. Bei der Biegung um den Berg, da aus dem Wald heraus, schleppte es seinen gewaltigen Schweif nach wie ein unheilkündender Komet.“
(Aus: Hanna Eggerath, Im Gesteins; BGV 2012, S. 120.)
