600 Flaschen pro Minute!

24.2 IS-Maschine
Nicht nur die Standortvorteile führten zum Erfolg der Hütte, sondern auch die technischen Innovationen von Ferdinand und seinem Sohn Hermann Heye. In den ersten Jahren ab 1864 wurde ausschließlich im Mundblasverfahren mit der Glasmacherpfeife gearbeitet. Um 1900 stellten die zu einer AG zusammengefassten eigenen Werke ca. 150 Millionen Flaschen her. Leichtere Arbeitsbedingungen bei einer höheren Stückzahl brachte die Entwicklung eines Halbautomaten, bei der zwei Arbeiter mittels einer Vorrichtung flüssiges Glas in eine Gussform leiteten und mit Pressluft ausformten.
 
Der Durchbruch brachte ab 1908 die Einführung der vollautomatischen Owens-Maschine, deren US-Patent zusammen mit dem Verband der europäischen Flaschenfabriken aufgekauft wurde und die immer wieder technisch modifiziert wurde. Nach dem II. Weltkrieg, den die Hütte ohne gravierende Schäden überstand, arbeitete man zuerst mit den inzwischen veralteten Owens-Maschinen weiter, auf denen die Massenproduktion an Flaschen gefertigt wurde. Andere Maschinen fertigten kleinere Chargen. Eine Weiterentwicklung brachte die sogenannte IS-Maschine, welche zu mehreren Fertigungs-Stationen zusammengeschlossen werden konnte und vor allem für die Millionenstückzahlen an Bier-, Coca-Cola und Fruchtsaftflaschen, z. B. für Granini geeignet war. Eine IS-Maschine mit 12 Stationen produzierte in nur einer Minute bis zu 600 Flaschen, ein irrsinniges Tempo.
Glasbläser, um 1930
Glasbläser um 1930 (FKI)
Glasblasmaschine, um 1970
Vollautomatische Glasblasmaschine, um 1970 (Stadtarchiv Düsseldorf)
Glashütte Produktion
Produktion in der Glashütte