Produktion in der Stadt
Dreher verlagerte seine Produktionsstätte aus zwei Gründen in das Zentrum Gerresheims. Durch die Dampfkraft wurde er unabhängig von der Wasserkraft der Düssel und so konnte er Arbeit und Familie einander näherbringen. Mit dieser Entscheidung sollte das Werk von Dreher lange Zeit das Gesamtbild der Stadt prägen.
Ignaz Dreher produzierte seit 1851 im Zentrum Gerresheims, wo die Familie seines Schwiegervaters Dr. Peter Josef Neunzig in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Stiftskirche Grundbesitz hatte. Er startete hier mit sechs Arbeitern, die zum Teil Maschinen aus der von Woringen’schen Fabrik nutzten.
In den Folgejahren expandierte das Werk. Dies führte immer wieder zu Widerständen und Konflikten. So berichtete Drehers Schwager Carl August Neunzig bereits im Dezember 1850 in einem Brief über eine Opposition im Gerresheimer Gemeinderat. Die Kirchengemeinde befürchtete durch das nahe Werk eine Störung des Gottesdienstes. Als Dreher 1863 der Gemeinde ein Grundstück abkaufen wollte, wurde im Kaufvertrag auch noch eine Konventionalstrafe von 4000 Talern festgesetzt, falls auf dem Grundstück Lärm verursachende Maschinen errichtet würden.
1859 war die Zahl der Mitarbeiter auf 33 angestiegen. Zwei Jahre später begann man, Rohdraht nicht mehr wie zuvor aus Altena zu beziehen, sondern produzierte ihn selbst vor Ort. 1882 stieg Drehers Sohn Charles Achille offiziell in den Betrieb ein, fortan firmierte man unter dem Namen „Dreher & Sohn“.
1887 beschäftigte Dreher 112 Arbeiter. Das Unternehmen exportierte weltweit und gewann auf Ausstellungen in Melbourne, Paris und Riga mehrere Preise.
Mitten im Ersten Weltkrieg wurde 1915 ein Zweigwerk in Neuss eingerichtet, wohin Drehers Enkeltochter in die wohlhabende Unternehmerfamilie Thywissen eingeheiratet hatte. Das Ende des Krieges brachte auch das Ende des Neusser Werkes.
Auf diese wirtschaftlich problematische Zeit antwortete man 1922 mit der Umwandlung der „Dreher & Sohn GmbH“ in die „Draht- und Drahtstift Werk AG“. Augenscheinlich aber konnte auch dies den Niedergang nicht aufhalten. Wann die Produktion endete, wissen wir nicht. Die AG wurde 1932 aufgelöst.
Der Sohn von Ignaz Dreher wurde 1906 von der Stadtverwaltung aufgefordert, einige Zeilen über die Gründung des Werkes zu verfassen. Charles Achilles Dreher nutzte diese Gelegenheit, um seine Sicht der Dinge zu präsentieren:
Der Erfinder der Drahtstiftmaschine war Herr Quirin aus dem Elsass, ein Onkel von Herrn Ignaz Dreher. Herr Ignaz Dreher kam im Jahre 1845 nach Deutschland zur Ausbeutung der neuen Erfindung im Rheinlande. Auf der Suche nach einer passenden Betriebskraft fand er an der Dammer-Mühle in Gerresheim eine Wasserkraft und begann dort mit einem Gesellschafter die Fabrikation von Drahtstiften mit einigen Maschinen, welche er auch hier selbst baute, […]. Herr Ignaz Dreher war der Erste in Deutschland, welcher Drahtstifte fabrizierte.
Im Jahre 1847 trat nach vielen Bemühungen eine größere Nachfrage ein und musste Herr Ignaz Dreher die Dammer-Mühle aufgeben, weil die Kraft und der vorhandene Raum zu einer Vergrößerung nicht ausreichten.
Herr Ignaz Dreher […] kam wieder nach Gerresheim zurück in die Heimatstadt seiner Frau, welche eine Tochter des verstorbenen Arztes Dr. Neunzig ist, welcher in Gerresheim seinen Wohnsitz hatte.
Auf dem Grundstück, welches Frau Dreher gehörte und wo sich die Fabrik noch heute befindet, erbaute Herr Ignaz Dreher die neue Fabrik, welche mit Dampfkraft eingerichtet wurde.
Herr Ignaz Dreher nahm im Jahre seinen Sohn Ch. Achille als Associé auf und änderte die Firma in Dreher & Sohn um.
Aus kleinen Anfängen ist nun heute eine bedeutende Fabrik geworden, welche viele Spezialitäten aus Draht anfertigt und mit 10 Medaillen auf den Ausstellungen in Paris, Wittenberg, Wien, Sydney, Düsseldorf, Melbourne, Riga, Amsterdam und Antwerpen prämiert wurde.
Ignaz Dreher produzierte seit 1851 im Zentrum Gerresheims, wo die Familie seines Schwiegervaters Dr. Peter Josef Neunzig in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Stiftskirche Grundbesitz hatte. Er startete hier mit sechs Arbeitern, die zum Teil Maschinen aus der von Woringen’schen Fabrik nutzten.
In den Folgejahren expandierte das Werk. Dies führte immer wieder zu Widerständen und Konflikten. So berichtete Drehers Schwager Carl August Neunzig bereits im Dezember 1850 in einem Brief über eine Opposition im Gerresheimer Gemeinderat. Die Kirchengemeinde befürchtete durch das nahe Werk eine Störung des Gottesdienstes. Als Dreher 1863 der Gemeinde ein Grundstück abkaufen wollte, wurde im Kaufvertrag auch noch eine Konventionalstrafe von 4000 Talern festgesetzt, falls auf dem Grundstück Lärm verursachende Maschinen errichtet würden.
1859 war die Zahl der Mitarbeiter auf 33 angestiegen. Zwei Jahre später begann man, Rohdraht nicht mehr wie zuvor aus Altena zu beziehen, sondern produzierte ihn selbst vor Ort. 1882 stieg Drehers Sohn Charles Achille offiziell in den Betrieb ein, fortan firmierte man unter dem Namen „Dreher & Sohn“.
1887 beschäftigte Dreher 112 Arbeiter. Das Unternehmen exportierte weltweit und gewann auf Ausstellungen in Melbourne, Paris und Riga mehrere Preise.
Mitten im Ersten Weltkrieg wurde 1915 ein Zweigwerk in Neuss eingerichtet, wohin Drehers Enkeltochter in die wohlhabende Unternehmerfamilie Thywissen eingeheiratet hatte. Das Ende des Krieges brachte auch das Ende des Neusser Werkes.
Auf diese wirtschaftlich problematische Zeit antwortete man 1922 mit der Umwandlung der „Dreher & Sohn GmbH“ in die „Draht- und Drahtstift Werk AG“. Augenscheinlich aber konnte auch dies den Niedergang nicht aufhalten. Wann die Produktion endete, wissen wir nicht. Die AG wurde 1932 aufgelöst.
Der Sohn von Ignaz Dreher wurde 1906 von der Stadtverwaltung aufgefordert, einige Zeilen über die Gründung des Werkes zu verfassen. Charles Achilles Dreher nutzte diese Gelegenheit, um seine Sicht der Dinge zu präsentieren:
Der Erfinder der Drahtstiftmaschine war Herr Quirin aus dem Elsass, ein Onkel von Herrn Ignaz Dreher. Herr Ignaz Dreher kam im Jahre 1845 nach Deutschland zur Ausbeutung der neuen Erfindung im Rheinlande. Auf der Suche nach einer passenden Betriebskraft fand er an der Dammer-Mühle in Gerresheim eine Wasserkraft und begann dort mit einem Gesellschafter die Fabrikation von Drahtstiften mit einigen Maschinen, welche er auch hier selbst baute, […]. Herr Ignaz Dreher war der Erste in Deutschland, welcher Drahtstifte fabrizierte.
Im Jahre 1847 trat nach vielen Bemühungen eine größere Nachfrage ein und musste Herr Ignaz Dreher die Dammer-Mühle aufgeben, weil die Kraft und der vorhandene Raum zu einer Vergrößerung nicht ausreichten.
Herr Ignaz Dreher […] kam wieder nach Gerresheim zurück in die Heimatstadt seiner Frau, welche eine Tochter des verstorbenen Arztes Dr. Neunzig ist, welcher in Gerresheim seinen Wohnsitz hatte.
Auf dem Grundstück, welches Frau Dreher gehörte und wo sich die Fabrik noch heute befindet, erbaute Herr Ignaz Dreher die neue Fabrik, welche mit Dampfkraft eingerichtet wurde.
Herr Ignaz Dreher nahm im Jahre seinen Sohn Ch. Achille als Associé auf und änderte die Firma in Dreher & Sohn um.
Aus kleinen Anfängen ist nun heute eine bedeutende Fabrik geworden, welche viele Spezialitäten aus Draht anfertigt und mit 10 Medaillen auf den Ausstellungen in Paris, Wittenberg, Wien, Sydney, Düsseldorf, Melbourne, Riga, Amsterdam und Antwerpen prämiert wurde.


