Versicherungsschutz für Mitarbeiter
Im Zuge der Sozialgesetzgebung Bismarcks wurde im Juni 1883 das „Gesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter“ beschlossen. Demzufolge musste für die Mitarbeiter eine Betriebskrankenkasse eingerichtet werden. Dies galt auch für die Firma „Emil von Gahlen & Co“.
Aus den erhaltenen Akten lassen sich einige Kenntnisse über die ansonsten in Vergessenheit geratene Firma ziehen. So arbeiteten im Jahr 1893 hier 63 männliche Mitarbeiter. Frauen oder gar Kinder sind hier nicht verzeichnet. Im besagten Jahr gab es 29 Krankheitsfälle mit insgesamt 485 Krankheitstagen.
Der Bürgermeister Gerresheims prüfte einmal im Jahr die Richtigkeit der Bücher und war auch zuständig für etwaige Einsprüche, die dann eingehend geprüft wurden. Wie gefährlich die Arbeit in diesem Bereich war, zeigt die Versicherungsakte ebenfalls. Am 17. November 1908 geschah dem Arbeiter Franz Pölkemann in der Nietenfabrik Emil von Gahlen ein schwerer Unfall. Ihm „fiel ein glühendes Stück Eisen in den Schuh“ und er musste im Ratinger Krankenhaus behandelt werden.
Beschwerde des Arbeiters Friedrich Baum vom 6. April 1908:
Erscheint der Fabrikarbeiter Friedrich Baum, hier Bahnstr. 21 wohnhaft, und führt Beschwerde gegen die Fabrikkrankenkasse der Firma von Gahlen & Co. hier wegen Verweigerung des Krankengeldes.
z.S.
Am 19. November v. Js. Bin ich wegen Lungen- und Rippenfellentzündung in den kath. Krankenhause zu Ratingen untergebracht worden; und zwar auf Kosten der Fabrikkrankenkasse der Firma von Gahlen & Co. Am 23. März d. Js. wurde ich als „gebessert, aber noch nicht geheilt und arbeitsunfähig“ wieder entlassen. Als ich dann um Krankengeld vorstellig wurde, erhielt ich den Bescheid, ich hätte keinen Anspruch mehr an die Kasse. Am 26. März d. Js. erhielt ich auch schon den Abkehrschein. Ich bitte um weitere Veranlassung und Beschleunigung, da ich keine Existenzmittel mehr besitze.
Das Bürgermeisteramt entschied nach Prüfung in Baums Sinne und verfügte, dass er 1,30 Mark pro Tag erhalten solle.
Aus den erhaltenen Akten lassen sich einige Kenntnisse über die ansonsten in Vergessenheit geratene Firma ziehen. So arbeiteten im Jahr 1893 hier 63 männliche Mitarbeiter. Frauen oder gar Kinder sind hier nicht verzeichnet. Im besagten Jahr gab es 29 Krankheitsfälle mit insgesamt 485 Krankheitstagen.
Der Bürgermeister Gerresheims prüfte einmal im Jahr die Richtigkeit der Bücher und war auch zuständig für etwaige Einsprüche, die dann eingehend geprüft wurden. Wie gefährlich die Arbeit in diesem Bereich war, zeigt die Versicherungsakte ebenfalls. Am 17. November 1908 geschah dem Arbeiter Franz Pölkemann in der Nietenfabrik Emil von Gahlen ein schwerer Unfall. Ihm „fiel ein glühendes Stück Eisen in den Schuh“ und er musste im Ratinger Krankenhaus behandelt werden.
Beschwerde des Arbeiters Friedrich Baum vom 6. April 1908:
Erscheint der Fabrikarbeiter Friedrich Baum, hier Bahnstr. 21 wohnhaft, und führt Beschwerde gegen die Fabrikkrankenkasse der Firma von Gahlen & Co. hier wegen Verweigerung des Krankengeldes.
z.S.
Am 19. November v. Js. Bin ich wegen Lungen- und Rippenfellentzündung in den kath. Krankenhause zu Ratingen untergebracht worden; und zwar auf Kosten der Fabrikkrankenkasse der Firma von Gahlen & Co. Am 23. März d. Js. wurde ich als „gebessert, aber noch nicht geheilt und arbeitsunfähig“ wieder entlassen. Als ich dann um Krankengeld vorstellig wurde, erhielt ich den Bescheid, ich hätte keinen Anspruch mehr an die Kasse. Am 26. März d. Js. erhielt ich auch schon den Abkehrschein. Ich bitte um weitere Veranlassung und Beschleunigung, da ich keine Existenzmittel mehr besitze.
Das Bürgermeisteramt entschied nach Prüfung in Baums Sinne und verfügte, dass er 1,30 Mark pro Tag erhalten solle.
