Die Industriellen Hugo und Emil von Gahlen

7.2 Industriellenfamilie von Gahlen
Die Industriellenfamilie von Gahlen zählte im 19. Jahrhundert zur reichen Elite der Stadt Düsseldorf.
 
Der 1821 in Essen geborene Hugo Wilhelm von Gahlen übernahm 1848 die Drahtstiftefabrik von Göbbels und Frieding im ehemaligen Kloster Katharinenberg . 1856 übergab er diese wiederum an seinen Cousin Emil von Gahlen. Hugo von Gahlen investierte in verschiedenen Industriezweigen und war neben einigen Firmen auch an mehreren Bergwerken beteiligt. Sein Vermögen soll sich um 1880 auf etwa 9 bis 10 Millionen Mark belaufen haben.
 
Der 1828 in Barmen geborene Emil von Gahlen führte die Drahstiftefabrik im Kloster Katharinenberg ab 1856 sehr erfolgreich. Zu dieser Zeit beschäftigte der Betrieb 27 Arbeiter. Besonders bekannt war er für seine Formerstifte und Patent-Absatzstifte. Im Jahr 1860 wurde das Werk an die Bahnstraße 11 (heute: Heyestraße) verlegt. 1872 beschäftigte er hier 41 Arbeiter, davon neun Kinder, die 2,2 Millionen Pfund Drahtprodukte herstellten. Das Werk ging ein Jahr später in der „Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie AG“ auf, an der von Gahlen maßgeblich beteiligt war.
 
Im Katharinbergkloster betrieb er weiterhin eine Nietenfabrik, in der 1880 1,5 Millionen Kilogramm Nieten besonders für Dampfkesselanlagen, Schiffe und Brücken hergestellt wurden. Zu seinen großen Kunden zählten die Marineverwaltungen und die Eisenbahnbehörden.
 
1911 kaufte die „Ratinger Nietenfabrik GmbH“ das Unternehmen, die Produktion wurde in Gerresheim eingestellt und nach Ratingen verlagert. Nach wenig erfolgreichen Jahren wurde 1930 das Konkursverfahren eingeleitet, die Produktion endete drei Jahre später endgültig.
 
Auch in Düsseldorf war der Industrielle aktiv. Zusammen mit einem Kompagnon betrieb Emil von Gahlen eine weitere Draht- und Drahtstiften-Fabrik in Düsseldorf-Oberbilk. Diese wurde ebenfalls 1873 in die „Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie AG“ überführt.
Ansicht Gerresheims von Westen
Ansicht Gerresheims von Westen. Die Schornsteine rechts neben der Stiftskirche markieren den Standort der Fabrikationsräume hinter dem Rathausgebäude. (Pfarrarchiv St. Margareta)
Briefkopf Emil von Gahlen, 1906
Briefkopf der Nietenfabrik Emil von Gahlen & Co. aus dem Jahr 1906 (Stadtarchiv Düsseldorf)
Emil von Gahlen
Porträt des Emil von Gahlen (Stadtmuseum Düsseldorf)